Work-Life-Integration – so leben Freelancer

Update: HOME-OFFICE in pandemischen Zeiten.

Mein ursprünglicher Artikel stammt aus dem Jahr 2014. Seit Mitte 2020 gilt das, was ich damals für uns als Solo-Selbstständige geschrieben habe, für eine viel größere Gruppe von Arbeitnehmer*innen. Sie alle sitzen jetzt zuhause am Schreibtisch. Das hat Vor- und Nachteile, aber um es kurz zu machen: Sie arbeiten dort! 

Für Sie persönlich heißt das: Tun Sie so, als ob Sie ins Büro gehen würden. Natürlich kann man nur „oben rum“ gut angezogen sein (so weit die Kamera blicken lässt) und natürlich kann Mann unrasiert am Online-Meeting teilnehmen. Aber: Es gibt einem selbst ein anderes Gefühl, wenn man gut gekleidet und zurechtgemacht an den Schreibtisch zu Hause geht.

Und elementar für das Arbeiten zu Hause ist ein top Internet-Anschluss. Ich persönlich kann das nicht mehr hören, wenn Kolleg*innen sagen: „Ich muss aber meine Datei auf meiner Festplatte speichern, weil ich kein stabiles Internet habe“ oder „Mein Internet ist heute so langsam, ich kann das nicht machen“. Bitte suchen Sie sich einen Provider, der stabile Verbindungen garantiert.

Darüber hinaus achten Sie auf Ihre Gesundheit! Im Büro achtet Ihr Arbeitgeber auf eine gute Ausstattung des Arbeitsplatzes mit Schreibtisch und Stuhl und Monitoren und passender Beleuchtung. Zu Hause sind Sie dafür selbst verantwortlich! Sorgen Sie für sich und investieren Sie in eine gute Ausstattung. Wenn der Arbeitgeber keinen Zuschuss gewährt oder Ihnen direkt das Home Office finanziert, setzen Sie es von der Steuer ab. Man kann auch gebrauchte Sachen kaufen, zum Beispiel von www.sebworld.de in der Nähe vom Köln-Bonner Flughafen. Dort gibt es gute Markenmöbel zu kleinen Preisen, oft aus Insolvenzmassen.  Und natürlich immer mal bei ebay Kleinanzeigen reinsehen.

Mit diesen kleinen Hinweisen zurück zum ursprünglichen Artikel aus 2014:

Waren wir damals noch dabei, die Work-Life-Balance zu optimieren, entwickelte sich dieses Modell inzwischen weiter zur Work-Life-Integration und wurde von der Fachwelt als Bestandteil des „Arbeitslebens 2020“ angesehen: Dahinter verbirgt sich das Aufweichen der traditionellen Arbeitszeiten und Arbeitsorte, also das immer und überall arbeiten im „persönlichen Rhythmus“.

Lesen Sie dazu meine persönliche Erfahrung:

Für uns Freelancer war diese Work-Life-Integration schon viel früher Standard, arbeiteten die meisten von uns doch von zu Hause aus und gingen mehr oder weniger häufig zu ihren Kunden, um dort zu arbeiten und an Meetings und Präsentationen teilzunehmen.

Im Home Office zu arbeiten hieß für uns damals wie heute: immer erreichbar sein, egal, ob frühmorgens, am Abend oder am Wochenende. Wenig Abstand zur Arbeit bekommen, wenig abschalten können, auch tagsüber ansprechbar für die Familie und gelangweilte Freundinnen am Telefon zu sein und zwischendurch mal schnell die Waschmaschine und den Trockner laufen lassen oder Termine in der Schule, in der KiTa oder bei Ärzten wahrzunehmen, wenn man Kinder hat. Es gab und gibt also keine Trennung mehr zwischen Arbeit und Privatleben.

Ein Szenario, das auch ich gewohnt war, seit ich mich 2008 selbstständig gemacht habe. Für mich war diese Art zu arbeiten DIE Chance, für meinen Sohn da zu sein und gleichzeitig Vollzeit arbeiten zu können. Im Mai 2013 wollte ich jedoch aus dieser „Immer erreichbar sein“-Falle heraus und hatte mich für ein externes Büro in einem Co-Working-Space entschieden.

Zwei Jahre in externen Büros hatten aber auch wiederum Nachteile, zum einen gab es immer die „Rüstzeiten“, also die Fahrzeiten ins Büro und zurück, das war immer eine Zeit, in der ich nicht erreichbar war. Dazu kam der Druck, in einer relativ kurzen Zeit sehr viel schaffen zu müssen, egal, wie es einem persönlich gerade ging, denn ich musste ja am späteren Nachmittag wieder zu Hause sein… Hinzu kam der finanzielle Druck, da externe Büros auch extra kosten.  

Im Sommer 2015 war ich wieder dort, wo ich angefangen hatte: Im Home-Office!  Es ist nicht falsch, zwischendurch den Haushalt zu schmeißen und Zeit mit meinem Sohn zu verbringen und abends nochmal ein Stündchen zu arbeiten. Letztendlich ist es diese lässige Verbindung von Arbeiten und Freizeit, diese Work-Life-Integration, die für alle eine Win-Win-Situation bringt: Mein Sohn wird nicht mehr grundlos angebrüllt, ich flippe nicht mehr bei Kleinigkeiten aus, weine keine Tränen der Verzweiflung mehr, jammere nicht mehr rum und meine Kunden können mich wieder um 8.00 Uhr morgens oder um 20:00 Uhr abends oder Sonntagsnachmittags anrufen – der Rechner läuft …

Ein paar kleine organisatorische Maßnahmen haben mir sehr geholfen:  Ich gönnte mir einfach mal eine schöne Mittagspause in der Stadt oder auf dem Balkon und nutzte konsequent alle wunderbaren Zeitmanagement-Strategien, die ich im Laufe meines Arbeitslebens gelernt habe: 

Störungsfreie Zeitfenster schaffen für E-Mails, für Telefonate, für konzeptionelles Arbeiten, dabei Luft lassen für nicht vorhersehbare Schnellschüsse wie „Können Sie mal eben einen Text Korrektur lesen …“ und die ToDo’s so zu planen, dass sie auch wirklich zu schaffen sind und nicht in lange Listen ausarten, die kein Mensch mehr bewältigen kann. 

Konsequenz und Disziplin sind die beiden Schlüsselworte, um erfolgreich im Home Office zu arbeiten. Konsequentes Umschalten von Privatleben auf Arbeiten zu bestimmten Zeiten, Pausen integrieren, und sich täglich aufs neue disziplinieren, die eigenen organisatorischen Regeln auch einzuhalten.

Auszüge dieses Beitrages wurden im Fachmagazin Event Partner Ausgabe 2/2016 veröffentlicht, siehe unter:

http://www.event-partner.de/business/die-grosse-frage-der-freelancer-homeoffice-oder-externes-buero/

 

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