Marketing Innovation Day 2017 – Marketing in Echtzeit – erfolgreich im modernen Dreikampf.

Beleuchtet wurden die Herausforderungen, vor denen Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung stehen, sowohl im Marketing als auch im Vertrieb und in der IT.

Marketing in Echtzeit – Erfolgreich im modernen Dreikampf, so titelte denn auch die Veranstaltung des Deutschen Marketing Verbandes am 12. Juli 2017 in der Handelskammer Hamburg.

Als „Dreikampf“ wird in Unternehmen die mangelnde Zusammenarbeit zwischen Marketing, Vertriebs und IT angesehen und so war das Ziel des Tages, den „Dreiklang“ herzustellen, also das Potential der drei „Silos“ zu nutzen.

Als Teilnehmer hatten wir die Möglichkeit, im Rahmen von World Café-Sessions in den Gruppen Marketing, Sales und IT zu den Themen „Mindset, Fachwissen, Kollaboration, Zeit“ Ideen und Fakten zu sammeln. Diese wurden dann am Nachmittag von den Moderatoren zusammengefasst und mit spannenden Fachvorträgen und einer Roundtable-Diskussion untermauert: http://www.marketingverband.de/veranstaltungen/marketing-innovation-day/marketing-innovation-day-2017/

Am Ende des Tages war allen Teilnehmern klar, dass die Digitalisierung radikal die Möglichkeiten verändert, Kundenbeziehungen zu initiieren und zu intensivieren. Deshalb kann nur erfolgreich sein, wer Marketing, Sales und IT zusammenbringt und zu einem harmonischen Dreiklang dirigiert.

Fachbegriffe:

World Café Session – Das „World Café“ ist ein Veranstaltungsformat, dass gerne gewählt wird, um von den Standard-Vorträgen wegzukommen und Inhalte interessanter für die Teilnehmer zu gestalten. Die Teilnehmer werden zunächst in Gruppen aufgeteilt und besuchen dann ihre „Gastgeber“, die sie einladen, Fragen zu bearbeiten. Die Gruppen wechseln zu mehreren Gastgebern, die jeweils ein anderes Thema bearbeiten. Die Gastgeber fassen die Ergebnisse der Arbeiten später zusammen und präsentieren diese Zusammenfassung allen Teilnehmern gemeinsam.

Mindset – Mit Mindset ist die persönliche Einstellung gemeint, die die Summe aus Erfahrungen und Erlerntem bildet und die Fähigkeit eines Menschen beeinflusst, mit Veränderungen umzugehen. Offenen und interessierten Menschen fällt es leichter, sich auf Veränderungen einzustellen und Veränderungen mitzugestalten. Sie empfinden Veränderungen nicht als Bedrohung, sondern als Chance.

Roundtable – Wie das Wort schon sagt, sitzen Diskussionsteilnehmer an einem runden Tisch, so kann jeder jeden optimal sehen und es gibt keinen „Vorsitzenden“ an der kurzen Seite des Tisches, sondern eine Runde gleichberechtigter Diskussionspartner.

Digitalisierung – Digitalisierung meint all das, was früher in Unternehmen manuell und mechanisch erledigt wurde und heute elektronisch von Computern oder mit Hilfe von Computern und dem Internet erledigt wird. Digitalisierung umfasst unterschiedliche Aspekte in Unternehmen: Zum einen die Ausstattung der Arbeitsplätze mit Computer-Hard und –Software, die computergesteuerten Maschinen, die computergestützte Verarbeitung von Informationen wie Kundendaten und auf der anderen Seite die Anbindung an das Internet, was die grenzenlose Zusammenarbeit in Echtzeit, virtuelle Teams, die Auffindbarkeit über Suchmaschinen und die Online-Marketing-Aktivitäten eines Unternehmens ermöglicht.

Integriertes Marketing in KMU

In dem Wort Marketing „versteckt“ sich ein zentraler Begriff – das Wort „Markt“. Und das ist die Hauptaufgabe des Marketings: den Gesamtüberblick über alle Markt-Aktivitäten eines Unternehmens zu behalten.

Stichwort: Integriertes Marketing

  • Marketing kann nie alleine im Unternehmen agieren – Marketing muss die Themen der Geschäftsleitung bzw. aus der Unternehmenskommunikation aufgreifen und in den Markt transportieren, dabei gleichzeitig mit dem Vertrieb sprechen, damit die Vertriebsleute nicht von Marketingmaßnahmen überrascht werden, die die Kunden schon kennen, nur leider die Mitarbeiter noch nicht.
  •  Marketing muss sich auch mit der PR-Abteilung abstimmen, denn wenn von der Marekting-Abteilung gerade eine große Anzeigenserie beauftragt wird, sollte man daneben entsprechende redaktionelle Beiträge unterbringen.
  • Marketing und Vertrieb müssen sehr eng zusammenarbeiten, denn der Vertrieb ist das Ohr zum Kunden, und der Kunde bringt Ideen ein, die vom Marketing aufgegriffen werden können. Oder auch Kritik, wenn zum Beispiel die E-Mail-Marketing-Maßnahmen überhand nehmen.
  • In das Spiel der abteilungsübergreifenden Abstimmung ist auch die Personalabteilung zu integrieren, denn zum professionellen Bild nach außen gehört die gute Gestaltung eines Stellenangebots und die zentrale Pflege der Social Media-Kanäle für die Bewerber-Kommunikation, ebenso wie die Durchgestaltung der internen Kommunikation. Der Markt besteht nicht nur aus Kunden, sondern auch aus Arbeitnehmern, die in vieler Hinsicht Multiplikatoren sind.

Marketing ist zentral verantwortlich für das Bild eines Unternehmens im Markt. Dafür holt sich das Marketing Unterstützung bei professionellen Zulieferern aus den Bereichen Werbung, Messebau, Event, Web-Design, Grafik-Design, Fotografie, PR, Druck etc. und koordiniert die Leistungsträger.

In kleinen Unternehmen ohne oder mit nur wenigen Mitarbeitern liegen all diese Aufgaben häufig in einer Hand – der Unternehmer ist dafür verantwortlich, manchmal unterstützt von einer Sekretärin, die nicht alles alleine bewältigen können.

Häufig sind in mittleren Unternehmen mit 200 und mehr Mitarbeitern aber auch diese Zusammenhänge gar nicht klar. Da arbeiten Abteilungen gerne schon mal unabhängig voneinander oder persönliche Befindlichkeiten stehen einem erfolgreichen Marketing im Wege.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich Unterstützung von außen zu holen. Lassen Sie sich – je nach Budget – von professionellen Freelancern oder von Agenturen unterstützen.

Vom Umgang mit Inhalten: Content Marketing und Content Management.

Was genau bedeutet eigentlich Content Marketing oder Content Management? Letztendlich geht es darum, mit Inhalten zu arbeiten. Zum Beispiel neben den eigentlichen Marketing-Aussagen eines Unternehmens Geschichten zu erzählen, die weit über die eigentlich Produktbotschaften hinausgehen. Nehmen wir ein Beispiel: Eine junge Frau macht sich mit einem kleinen Reisebüro selbstständig. Sie wird es nicht leicht haben, weil es außer ihrem noch Dutzende anderer Reisebüros gibt. Darum braucht sie eine clevere Idee: Sie bietet neben einem tollen Service eine Internetseite, die weltweit das Reisewetter und Reiseinformationen bereithält. Sie bereitet diese Informationen besser auf als die üblichen Wetterdaten-Anbieter sie bieten können, denn sie hat Freunde, die an der Uni Meteorologie studieren und ihr helfen, korrekte und zuverlässige Reisewetterinfos bereitzustellen. Damit hebt sie sich deutlich von ihren Mitbewerbern ab und betreibt „Content Marketing“.

Darum geht es bei den großen Markenartiklern schon lange – sie alle nutzen Content Marketing-Strategien, um ihre Kunden besser zu erreichen und langfristig zu binden. Doch auch der Mittelstand geht mehr und mehr dazu über, mit Inhalten einen Mehrwert zu schaffen, der positiv auf die eigene Marke einzahlt. Schrecken Sie nicht davor zurück, denn Themen gibt es in jedem Unternehmen!

In Unternehmen haben wir darüber hinaus noch Inhalte, die nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sind. Also die zielgruppenspezifischen Inhalte für einen speziellen Kundenkreis, für die Mitarbeiter, für den Vertrieb usw. Das sind beispielsweise Präsentationen, die anlässlich von Veranstaltungen gehalten werden.

Der Content-Manager ist die Person, die sich damit beschäftigt, diese Inhalte zu produzieren und zu verbreiten. Also die Texte auf die Homepage, auf Twitter, Facebook, XING & Co. zu stellen. Oder – wenn es um Präsentationen geht – dafür zu sorgen, dass die Kunden die Inhalte bereitstellen und die Kreativen daraus PowerPoint-, PREZI-, oder sonstige Kunstwerke machen. Hier kommt dem Content Manager oder der Content-Managerin eine besondere Rolle zu: Sie müssen sich inhaltlich mit den Themen auseinandersetzen, sie müssen verstehen, um was es geht, sie müssen die Kunden vielleicht von unterschiedlichen und neuen Präsentationsformen überzeugen. Auf der anderen Seite müssen sie mit den Kreativ-Teams arbeiten und dafür sorgen, dass alle Präsentationen rechtzeitig zur Veranstaltung zur Verfügung stehen. Dafür braucht es sehr gewandte, offene und interessierte Menschen, die gleichzeitig strukturiert und konzeptionell arbeiten und ebenso gute Projektleiter sind.

An einem meiner Leuchtturmprojekte sehen Sie, wie solch ein Content Management funktioniert:

Es geht um ein mittelständisches Unternehmen, dass ein ähnliches Unternehmen aus dem Ausland übernommen hat. Nun sollen diese beiden Unternehmen zusammengebracht werden, die gesamte Vertriebsmannschaft soll erleben, welche Produkte das jeweils andere Unternehmen herstellt und wo es seine besonderen Stärken hat. Wissenschaftliche Mitarbeiter und Labor-Mitarbeiter aus beiden Unternehmen stellen 16 Produktbereiche vor. Das Veranstaltungskonzept sieht vor, 16 Themeninseln zu bauen. Vergleichbar mit kleinen Messeständen. Die Optik ist für alle ähnlich, die Präsentationen sind alle anders. Eine Themeninsel mit kleinen Walking-Acts, die nächste funktioniert mit Exponaten, die nächste mit einer PREZI-Präsentation auf einem großen Touchscreen, auf einer Insel wird live gezeichnet (Visual Facilitation), eine Insel ist ausgestattet mit einem Großexponat plus Powerpoint-Präsentation, dann gibt es eine Quiz-Insel, usw.

Auf Kundenseite sind also 16 Teams, die inhaltlich betreut werden. Diese Inhalte werden nun weitergeleitet an die Powerpoint- und PREZI-Kollegen, an ein Grafik-Design-Team, das alle Poster, Roll ups etc. produziert sowie an die Schauspielkollegen, die ein Rollenspiel produzieren. Die nächsten im Team sind die Messebauer, die ebenfalls ein klares Briefing benötigen, was sie für die Ausstattung der einzelnen Themeninseln bereithalten sollen oder bauen müssen. Für alles die Fäden in der Hand zu halten und vor Ort zu erleben, wie das Team Hand in Hand arbeitet und die Kunden perfekte Präsentationen halten, das war mein persönliches Leuchtturmprojekt in 2014.

Ich freue mich auf neue Projekte im kommenden Jahr.

Herzlichst,

Ihre Sonja Grandjean

 

 

Das digitale Kauferlebnis – Marketing-on-Tour-Konferenz 2014 in Frankfurt am Main

Aus den regelmäßigen Marketing-on-Tour-Veranstaltungen bringe ich immer wieder interessante Wissens-Updates für meine Kunden und auch für mein eigenes digitales Marketing mit: Spezialisten aus dem Digital Marketing hielten Vorträge, u. a. zu „Data Driven Advertising“, zu „Mobile Strategy“, zum „digitalen Kauferlebnis“ und zu „neuen Ansätzen für personalisiertes E-Mail-Marketing“.

Dabei bekommt das „digitale Kauferlebnis“ sofort einen aktuellen Bezug: In der WZ vom 12.11.2014 war ein kleiner Artikel über einen alteingesessenen spezialisierten Einzelhändler  in Wuppertal-Vohwinkel zu lesen, der seine Verkaufsfläche deutlich verkleinert hat, um Kosten einzusparen und somit besser für die Zukunft gerüstet zu sein. Der betriebswirtschaftliche Ansatz dahinter ist sicher richtig, aber wenn er den Vortrag von Ralf Pispers „Digitales Kauferlebnis – wie Kunden heute und in Zukunft einkaufen“ gehört hätte, würde er möglicherweise zu anderen Ergebnissen kommen: Im stationären Ladengeschäft einzukaufen ist nach wie vor attraktiv, denn die Käufer haben das haptische Einkaufserlebnis und die persönliche Beratung, sie können ihre Waren sofort mitnehmen, und – denke man an Media Markt oder Saturn – biete der Einzelhandel gleich die passende Finanzierung mit an, so Pispers. Demgegenüber holen einige Online-Shop-Betreiber gerade auf, in dem sie ihre Pakete zum Markenerlebnis machen (z. B. Zalando), in dem sie ihren Versand optimieren, und vor allem, in dem sie ihre Shops auf Beratungsoptimierung trimmen. Die Onlinehändler punkten generell durch 24 x 7 Verfügbarkeit, durch Kauf auf Rechnung, durch problemlose Rückgabe und Onlinepreisvergleichs-Möglichkeiten.

Blickt man nun in die Zukunft des Handels, wird das „Internet of Things (IOT)“ das Web 2.0 (das Mitmachweb durch Social Media) ablösen, d. h. Geräte übernehmen die Kommunikation. Sie kommunizieren mit anderen Geräten via Internet. Bald wird mir also mein Kühlschrank die Info auf mein iphone senden „Milch ist alle – bitte kaufen“, der nächste Schritt wird sein, dass der Kühlschrank mich überspringt und direkt an den Onlineshop meldet, der mich dann zur Wunschzeit beliefert. Und das wiederum ist für Einzelhändler DIE Chance für die Zukunft: Ermöglichen Sie den „Things“ mit Ihnen zu kommunizieren. Werden Sie digital. Investieren Sie schon jetzt in Technik und Know-how, um dem Trend nicht nur zu folgen, sondern ihn mitzubestimmen. Viel Spaß beim neu Denken! Ihre Sonja Grandjean

Marketing für Existenzgründer, kleine und mittelgroße Unternehmen

Marketing ist ein umfassendes Thema, mit dem sich viele Spezialisten und die Fachliteratur ausgiebig auseinandersetzen, was aber im Alltag wenig hilfreich ist. Die Frag ist: Was ist richtig für IHR Unternehmen?

Marketing beginnt, wenn Sie sich zum ersten Mal mit Ihrer Geschäftsidee beschäftigen. Sie erzählen von Ihrer Idee, Sie suchen Geldgeber und Mitstreiter, Sie überzeugen die ersten Kunden, Sie erhalten die ersten Aufträge. Sie sind der Schlüssel. Ihnen sollen Ihre Kunden vertrauen. Das heißt:

Am Anfang steht Vertrauenswürdigkeit durch Qualität, Zuverlässigkeit und Service.

Geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht, ein Erscheinungsbild nach außen, Ihr Corporate Design: Ein Logo visualisiert, was Sie tun. Es findet sich immer wieder auf Geschäftspapieren, Visitenkarten, Stempeln, Fahrzeugbeschriftungen, Homepage, Flyern, Außenwerbung, Messeständen, Katalogen usw.

Ihr Corporate Design nützt Ihnen noch nicht allzu viel, denn noch weiß ja niemand, dass es Sie gibt. Sie müssen sich also bekannt machen. Im Kleinen heißt das: Reden Sie! Über Ihre Dienstleistung, Ihre Produkte, Ihre Erfahrungen – überall, wo es sich anbietet – im Bekanntenkreis finden sich häufig die ersten Kunden.

Schalten Sie Anzeigen und geben Sie regelmäßige Pressemeldungen heraus, lassen Sie Ihre Kunden teilhaben an den Neuigkeiten aus Ihrem Unternehmen.

Seien Sie dort, wo Ihre Kunden sind – knüpfen Sie persönliche Kontakte – zum Beispiel auf Messen. Sammeln Sie Adressen und versorgen Sie diese mit regelmäßiger Direktwerbung.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Homepage gefunden wird – nutzen Sie das Internet-Marketing. Sie haben hier viel mehr Möglichkeiten, als es auf den ersten Blick scheint. Dazu braucht es kein großes Budget, sondern das Gewusst-wie. Behalten Sie dabei stets im Auge, dass alle Menschen in Ihrem näheren und weiteren Umfeld Multiplikatoren sind – online wie offline

Gehen Sie davon aus, dass ein zufriedener Kunde Sie gerne weiterempfiehlt. Ein zufriedener Kunde ist der beste Verkäufer! Pflegen Sie also Ihre Kunden und bieten Sie zusätzlichen Service über Ihre eigene Dienstleistung oder Ihr Produkt hinaus! Handeln Sie nicht aus dem Bauch heraus und gelegentlich, sondern planen Sie Ihr Marketing. Ein gutes Marketing zahlt sich besonders in Krisensituationen aus.

Social Media in kleinen und mittleren Unternehmen: Wenn ja, wie?

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fragen sich, ob es für sie sinnvoll ist, die neuen Medien für ihre Firmen zu nutzen. Auf diese Frage gibt es auch erst ein klares Ja oder Nein, wenn einige grundsätzliche Fragen beantwortet wurden.

Zunächst muss man ein paar Sätze über das „Geheimnis“ von Social Media verlieren. Soziale Medien, was meint „sozial“ in Bezug auf die Nutzung elektronischer Medien? Schauen wir auf uns selbst und unsere Vergangenheit: Von jeher gibt es den Wunsch des Menschen nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Gruppen, die ähnliche Interessen und ähnliche Ziele haben, standen immer schon – auch weltweit – miteinander in Verbindung. Zu erwähnen sind hier religiöse Gemeinschaften genauso wie Zusammenschlüsse von Handwerkern, Studentenverbindungen, Logen, Vereine, Verbände und viele mehr. Früher nutzte man eben die reitenden Boten, dann die Telegraphie und die Telefonie.

Mit Anbruch des Computerzeitalters bis heute bieten neue technische Entwicklungen die Möglichkeit, in Bruchteilen von Sekunden weltweit miteinander in Beziehung zu treten. Im Internet treffen wir auf Menschen, die sich für uns und unsere Produkte und Dienstleistungen interessieren und darüber mit anderen Menschen reden. Das hat immer schon stattgefunden, nur früher hat man sich beispielsweise auf dem Marktplatz im Ort getroffen und von Mund zu Mund (Word of Mouth) darüber geredet.

Durch das Fortschreiten der technischen Entwicklung ist es nun nicht mehr nötig, aus dem Haus zu gehen. Man sitzt gemütlich im Schlafanzug vor einem internetfähigen Endgerät (PC, Note-/Netbook, smartphone, Tablet-PC) und kann global kommunizieren – mit der Familie, Freunden und Bekannten oder mit Menschen, die ähnliche Interessen haben und sich in so genannten Communities befinden.

Man schreibt Briefe heute nicht mehr im Wechsel, sondern in Echtzeit (chatten) und nutzt das Internet als Bild-Telefon (Skypen). Noch vor 30 Jahren hat ein Großteil der Schüler nie den Heimatort verlassen, man machte eine Ausbildung, blieb im Ausbildungsbetrieb, gründete eine Familie, baute ein Haus und blieb. Heute ist das ganz anders. Schüler aller Jahrgangsstufen und Schulformen sind international auf Klassenfahrten unterwegs und haben Gelegenheit, im Rahmen des Schüleraustauschs Auslandserfahrungen zu sammeln. Und wenn das Kind in Australien ist, ist es schon nett, zu sehen und zu hören, dass alles okay ist – über Skype und Facebook kein Problem. Die Kids „posten“, was sie gerade machen. Man kann – wenn man Zeit und Lust hat – auf Facebook nachschauen und weiß, was gerade angesagt ist …

Wie kann man nun als Unternehmen von dieser „sozialen“ Entwicklung profitieren und daran teilhaben? Der kleinste Schritt ist es, eine eigene Internet-Präsenz zu haben, um überhaupt im Internet auffindbar zu sein. Das ist heute Standard – genau wie die gedruckte Visitenkarte. Die Internet-Präsenz muss natürlich auch „gefunden“ werden können, wenn potenzielle Interessenten eine Stichwort-Suche über eine Suchmaschine wie google oder bing starten. Konzeptioner und Programmierer machen sich in der Regel schon beim Aufsetzen einer Website Gedanken über eine Suchmaschinen-Optimierung, die im Wesentlichen über die Verwendung bestimmter Schlüsselbegriffe (Keywords), einer Menüstruktur und Verlinkungen zu anderen Websites funktioniert.

Der nächste Schritt ist ein eigenes Profil in Business-Netzwerken wie XING oder LinkedIn, hier kann man sowohl eine Unternehmenspräsenz anlegen wie auch eine persönliche. Hier liefert man potenziellen Interessenten erste Informationen über den persönlichen Werdegang und kann sich ein erstes berufliches Netzwerk aufbauen. Diese Netzwerke bieten sich insbesondere auch für Personalabteilungen an, sie erlauben einen ersten Bewerber-Check und können für Stellenausschreibungen und Bewerber-Kommunikation eingesetzt werden.

Der Schritt zum Social Media Marketing ist Schritt drei: Moderne Websites bieten heute zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten – vom Produktinformations-Download über Echtzeit-Chat in der Reklamationsbearbeitung und viele mehr. Profile in den einschlägigen Netzwerken wie Facebook, YouTube, twitter etc. anzulegen und zu pflegen, ist ebenso einfach wie empfehlenswert.

Schwierig ist es, permanent Inhalte – also Botschaften – bereit zu halten (Content zu posten) und dafür zu sorgen, dass im Netz über diese Botschaften geredet wird, aber auch zu kontrollieren, WAS geredet wird, um bei Negativ-„Gerede“ sofort eingreifen zu können (virales Marketing).

Die Inhalte an sich und die Geschwindigkeit, mit der sie sich verbreiten, sind die Hürden, an denen Unternehmen oft scheitern, weil sie dafür kein ausgebildetes Personal haben, weil sie sich zu wenig mit Inhalten auseinandersetzen, weil die Entscheidungsbefugnis in der Kommunikation fehlt etc.  Trotzdem gilt es, dabei zu sein: Es ist auf jeden Fall ein guter Anfang, den Unternehmensfilm oder kleine Produktfilme auf YouTube einzustellen. Die Produktion von so genannten Webvideos ist kein großer Budgetpunkt. Priorität liegt hier auf einer perfekten Tonqualität. Youtube ist mittlerweile nach google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt.
Außerdem ist es sehr leicht möglich, auf jede Homepage die Weiterempfehlungs-Buttons für Facebook, Youtube, Twitter etc. einzubinden. Damit gibt man potenziellen Homepage-Besuchern (Visitors) die Möglichkeit, in ihrem Netzwerk das Unternehmen zu empfehlen und zu sagen „Schau mal hier, die haben einen Top-Service“. Und das birgt auch gleich die wichtigste Voraussetzung für Web 2.0: Bin ich es, ist es mein Unternehmen, wert, dass Menschen darüber positiv reden mögen? Biete ich denn überhaupt den besten Service, habe ich die zufriedensten Mitarbeiter, ein tolles Betriebsklima, Top-Produkte oder Dienstleistungen?

Wenn Sie sicher sind, dass diese Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, können Sie auch davon ausgehen, dass über Sie gesprochen wird – im positiven Sinne. Sie kennen es selbst: Wenn sich bei Ihnen jemand bewirbt, der gehört hat, dass bei Ihnen ein gutes Betriebsklima herrscht, dann ist schon über Sie geredet worden und es ist nur noch ein ganz kleiner Schritt, diese Information über die sozialen Netzwerke zu verbreiten.

Neben der Beschäftigung mit sich selbst darf die Beschäftigung mit dem „Markt“ nicht zu kurz kommen: Sind meine Kunden überhaupt auf XING, Facebook, YouTube etc. aktiv? Eine Zielgruppenanalyse ist das A und O für alle weiteren Aktivitäten und genau darauf müssen Unternehmen  ihre Kommunikation ausrichten. Sie müssen wissen, wie ihre Kunden sich verhalten, sie müssen ihre Kunden und deren Gewohnheiten sehr genau kennen und sie müssen wissen, wo sie ihre Kunden antreffen, dann ist die Entscheidung „Social Media, ja oder nein“ ganz leicht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie sich mit Begeisterung an die neuen Medien heranwagen.
(veröffentlicht u. a. in: http://www.njuuz.de/beitrag12664.html)